Jede Gesellschaft produziert die Satire, die sie verdient. Das gilt für Personen und die Zustände. Beunruhigend ist immer wieder, dass manche Realsatiriker allen Ernstes nichts von ihrem Tun wissen. Dafür sind wir da, ihre ungewollten Possen unter die Leute zu bringen. Die Realsatiker lieben ihre Blasen, auch wenn wir hinein stechen. Sie lachen mit und aus Verlegenheit. Und wir sind unterhalten.



Links des Tages

▫ Generacion Y



Was
machen
wir?
Wir
hantieren
am
sausenden Webstuhl
der Zeit.


(nach Karl Kraus)

 

Wir schaffen das


Die Autolobby in der Schweiz ist bärenstark. Der VW-Skandal, der im September 2015 detonierte, schlägt dem plüschigsten Bären auf den Magen- und schränkt die Übersicht ein. Der Frontmann der Schweizer Autoimporteure schaltet auf Stockholm-Syndrom, sympathisiert mit den Tätern. Der Beitrag des Schweizer Farbfernsehens zum Thema wurde am 7. Oktober 2015 ausgestrahlt, Wochen, nachdem der VW-Konzernchef, Herr Winterkorn, die Verantwortung für das Fehlverhalten im Unternehmen längst zugestanden und sich dafür entschuldigt hatte- und abtreten musste. Beim Schweizer Vertreter der Autoimporteure kamen die Fakten nicht wirklich an; sind noch nicht auf seinem Tisch. Ein Tisch ist ein Tisch. Und was nicht auf dem Tisch ist, ist auch nicht geschehen. (Quelle: SRF,Rundschau)

Hören sie (...) mehr.

 

 


Fundamentalisten bei SRF
Wenn ein Talk in Comedy kippt

Die Herren Thiel und Dr. Schawinski debattieren beim Schweizer Farbfernsehen über Religion auf tiefem Niveau.

Präambel: Jeder aufgeklärte Mensch ist gegen Hassprediger und Fundamentalisten; woher diese Funtamentalismen auch kommen mögen. Ich bin auch dagegen. Ich halte mich an die vier weltethischen Prinzipien, welche der Schweizer Theologe Hans Küng verbreitet. Es sind dies:

Die Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor dem Leben

Die Kultur des Solidarität und der gerechten wirtschaftlichen Ordnung

Die Kultur der Toleranz und der Wahrhaftigkeit

Die Kultur der Gleichberechtigung und der Partnerschaft zwischen Mann und Frau

Spannend ist, dass Dr. Schawinski es offenbar nicht weiter problematisch findet, dass sein Dutzfreund und Sparringpartner im Geschäft des Talks, Herr Köppel, Chefredaktor und Herausgeber der Weltwoche, das schräge Elaborat, das Konvolut von Abstrusitäten von Herrn Thiel, als Titelgeschichte in eben dieser Weltwoche erscheinen liess. Quoten, Quoten.

Jetzt zur Comedy: Hören Sie, was, Dr. Schawinski gesagt hat. Dem anderen Herrn sei hier keine Plattform gegeben.

Mehr...
Quelle: SRF.ch/15.12.2014

 


Abstimmung Pauschalbesteuerung 30.11.2014
Ungerecht aber gerechtfertigt

Die Finanzministerin der Schweiz, Bundesrätin Widmer Schlumpf, erklärt in einer Satiresendung des Schweizer Farbfernsehens, die Pauschalbesteuerung von Ausländern in der Schweiz sei ungerecht. Die in Zahlen und Semantik geschulte Magistratin will partout nicht falsch verstanden werden: Was ungerecht sei, müsse nicht ungerechtfertigt sein. Auf Deutsch: Die Pauschalbesteuerung ist zwar ungerecht, aber nicht ungerechtfertigt, wie Frau Widmer-Schlumpf in der Politsendung "Arena" des Schweizer Farbfernsehens klargestellt haben will. Im Gegenteil. Die Pauschaulbesteuerung ist ungerecht aber gerechtfertigt. An dieser Stelle wird der Sachverhalt satirisch knifflig, brisant, wie die eidgenössischen, logisch-semantischen Gehalts- und Einkommenforscher dem braven Volke erklären. Die Oberflächenstruktur des Wortes "gerecht" ist für die satirische Wissenschaft komplex, politisch nicht vermittelbar. Nicht aber gemäss der konventionellen Implikatur von Frau Widmer-Schlumpf. Steht "gerecht" moralisch und parteipolitisch über "gerechtfertigt"? Oder ist quantitäts-implikatorisch nicht alles, was gerechtfertigt ist auch gerecht? Im Grunde ist die Sache einfach notwendig. Oder?
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Quellen: SRF Giacobbo-Müller 19.10-2014/Arena 7.11.2014

 

 

Lehrplan 21
Gehüpft wie gesprungen


Die Schule in der Schweiz wird wieder einmal und ganz grundsätzlich neu definiert. Lernen, Erfahren, Erleben, Tun und Lassen, Experimentieren und alles, was das kindliche Stellwerk zulässt, wird neu im Lehrplan 21 in Kompetenzen versorgt. Der Lehrplan 21 ist alttestametarische 470 Seiten stark. Lehrer sind neu Moderatoren von Lernprozessen, Coaches und Lernbegleiter. Beat Zemp, Zentralpräsident der Lehrerinnen und Lehrer der Schweiz, doziert, wie das Ganze gemeint ist. Wenn also ein Primaner beim Lesen-Lernen und beim Schreiben-Lernen ein Erfolgserlebnis hat und vor Freude hüpft, heisst das gemäss Lehrplan 21 und von Herrn Zemp verdeutscht: Der Primaner hat Bewegungskompetenz (hüpft), Selbstkompetenz (zeigt Freude), Deutsch-Kompetenz (Ausdruck "vor Freude hüpfen"). Und das ist noch nicht alles. Der Primaner hat gemäss Lehrplan 21 auch sein Leseverhalten reflektiert und heterogene Erfahrungen mit altersgemässen Texten gemacht. Alles klar? Hören Sie selbst und mit eigenen Ohren

Quelle: SRF Tagesgespräch 7.11.14

 

 

 

 


rigoberta_menchu

Wege zum Glück
Wenn das Geld den Geist verlässt

Wenn die ganz Grossen aus der Welt des Geldes und des Geistes darüber reden, wo das Glück wohnt, wird es spät; so spät, bis der grösste Radiomoderator im bekannten Teil des Universums, erster Radio-Pirat der Schweiz und Titularmoderador der ersten TV-Talk-Show der Schweizer Woche zum fragenden Wort greift. Der ehemalige Chef-UBS-Bankier Oswald Grübel gibt dabei prägnant preis, dass Geld nicht glücklich macht. Hören und sehen sie selbst. (mehr...)






rigoberta_menchu

Burnout im SF.tuvalu
Das Blocker Prinzip

Wer mit einem Prinzip Quote macht in den elektronsichen Medien, kann tief fallen. Unabhängig davon, ob das Produkt spät Abends oder zur Zeit der Kinderstunde auf die Leute los geht. Die Lächerlichkeit, die erklärte Absicht, Menschen vorzuführen, ist dieselbe. Für die Vorführung des Blockerprinzips braucht es allerdings zwei. Die Gründerdynastie des Prinzips und die Medien. Die Medien schaffen diese prinzipielle Verdummung allein nicht. Es braucht Kooperation und Kooptation. Wenn da wenigstens ein Erkenntnisgewinn wäre. Aber es blockt und bockt nur. Hören sie selbst.

 

 

rigoberta_menchu




rigoberta_menchu

Realsatire
So ein Schwein

Liebe Bürgerinnen und Bürger von San Lucas Tolimán, Guatemala. Ihr habt Schwein. Wenn nur die Geschichte nicht wäre.  Im Bürgerkrieg habt ihr schlimme Dinge erlebt. Die Region war umkämpft. Viel Blut ist geflossen. Eine Organisation in der Schweiz, die sich eurer erbarmt, ist auf die Idee gekommen, euch Zuchtschweine zukommen zu lassen. Ja Edelschweine, damit ihr zu Geld kommt. Aber nichts ist gratis. Wir wollen auch etwas von euch. Wenn ihr weiter lesen wollt, geht einfach mit dem Mauszeiger über den Text.



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Ein Schweizer Märchen

Mitten in einem kleinen Wäldchen lebten sieben Heinzelmännchen. Sie bauten Waldstege und putzten die Wege und verteilten Nüsse und Pilze an alle Murmeltiere und Farnkräuter und Bergkräuter, die sie, wie alle Bewohner des Waldes, sehr gern hatten. Am liebsten aber hatten sie die Bäume. Die Bäume waren viel mächtiger als gewöhnliche Haselsträucher oder Igel. Die Bäume waren deshalb etwas eingebildet und sagten den anderen Pflanzen: "Wenn wir umfallen, fallen wir auf euch, und dann seid ihr auch kaputt."




 

Oskar Freysinger sagt, was Minarett ist

Der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger hat am arabischen Fernsehsender Al-Jazeera in einem kontroversen Gespräch die Minarett-Debatte erläutert. Eine Sprach- und Inhalts-Studie.

 

 
Hallo Arena, Hallo!

Gut, dass wir diskutieren, über alles; über die Minarett-Initiative, über das Minaerett-Verbot, die Burka und andere Verschleierungen. Wenn aber auf dem Jahrmarkt der Eitelkeit zwei journalistische Persönlichkeiten, zwei Alphas, ihre halbprivaten Animositäten beim Schweizer Farbfernsehen öffentlich machen, rieselt der Schnee leise über die Mattscheibe.
rigoberta_menchu
Entschuldigung Ernscht!

Wenn sich die SP (Daniel Jositsch) und die SVP (Ernst Stocker) im Wahlkampf um die Nachfolge für das Amt des ZH-Regierungsrats schlagen, fliegen die Fetzen. Wenn das Gespräch auf die SVP-Initiative für ein Minarett-Verbot in der Schweiz schwenkt, liegt alles blank, vor allem die Nerven. Ernst Stocker hatte das Verbot auf kantonaler Ebene unterstützt. Im nationalen Umfeld hat er seine Meinung geändert; ein Steilpass für Jositsch, den er in einem Radiogespräch von DRS 4 auf den Mann spielte. Wahlkämpfe legen die Streitkultur in einem Land frei. Der Strafrechtsprofessor Jositsch blieb nach international gängigen Normen der Gesprächsführung markant unter der prozessual zulässigen Aggressivität und Angriffslust. Ernst Stocker mochte den Kopf für den Steilpass von Jositsch nicht hinhalten, lief aus dem Bild.
rigoberta_menchu

Wenn das Verlagskader denkt

rigoberta_menchu

Ein Ernstfall: Rezession und Rezension
Der Verstand ist unteilbar


"Mitten in der grossen Rezession beansprucht die Konzernlenkerin einer international tätigen Firma eine Auszeit für ihr Baby. Rechtlich ist das alles korrekt, aber ist es auch in Ordnung? Darf die Chefin in einer grossen Wirtschaftskrise schwanger werden? (…) Unternehmer und Topmanager sind Antreiber, Strategen, Vorbilder, Lasttiere; sie müssen den Karren ziehen und alles ihrer Aufgabe unterordnen. Gesundheit, Familie, Freizeit, in vielen Fällen sogar das eigene Vermögen treten in den Hintergrund. (…) Die Verantwortung ist unteilbar. Es kann nur einen Chef geben. Jobsharing-Modelle und Teilzeitarbeit an der Unternehmensspitze sind Wunschdenken, Schönwetterkonzepte. Versagt der Chef, geht die Firma unter. (…) Am Ende ist Wirtschaft wie Krieg: Armeen brauchen gute Generäle, die vor allem im Ernstfall verfügbar bleiben müssen."

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rigoberta_menchu
Gegensteuer zur direkten Rede

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück ist verbal versiert. Das heisst nicht, dass ihm die Worte immer ordentlich aus dem Rachen perlen. Was zählt ist die Absicht, der Wille, das Optimum für den deutschen Fiskus heraus zu holen. Peer Steinbrück ist ein oratorischer Meister der Mehrdeutigkeit, der Untiefen und der verbalen Entgleisung gegenüber seinen Nachbarn. Das wird ihm keine Steuern einbringen. Im Gegenteil. Ludwig Wittgestein, der österreichisch-britische Philosoph, lieferte bedeutende Beiträge zur Philosophie der Logik, der Sprache und des Bewusstseins. In seinem Hauptwerk, Logisch-philosophische Abhandlung ( Tractatus logico-philosophicus), sagt Wittgenstein sinngemäss, man solle mit Sprache ausdrücken, was sich mit ihr ausdrücken lässt – und sonst empfehle es sich zu schweigen. Peer Steinbrück hat sich zum Reden entschieden.

rigoberta_menchu
Der besondere Blick auf die UNICEF

Nicole Kidman ist Sonderbotschafterin des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF. Die begnadete Schauspielerin setzt sich weltweit für die Rechte der Frau ein und sie kämpft für das Ende von Gewalt gegen Frauen...oder doch nicht?

New Journalism - made in Zurich
Nur für Erwachsene

Radio 1 setzt neue Massstäbe
Roger Schawinski, der talentierteste Radio-Talk-Show-Host im bekannten Teil des Universums, nahm bei Radio 1 in Zürich den Journalisten Mark van Huisseling in seiner Sendung „Doppelpunkt" in die Zange. Mark van Huisseling ist Kolumnist bei der "Weltwoche". Roger Köppel besitzt und leitet das Wochenmagazin. Der Talk zwischen van Huisseling und Schawinski artete in ein Bewerbungsgespräch aus. Es verlief erfolgreich. Herr Schawinski, der Besitzer von Radio 1, hat van Huisseling als Society-Kolumnisten für seinen Sender engagiert... und inzwischen sich wieder von ihm getrennt.


Der Kampfschwan von Horw
Jagdszenen bei Radio 1


Radio1 widmet Frau Merkel, die auf einem CSU-Parteitag die SPD abwatscht, einen krächzenden Korrespondentenbericht von 28 Sekunden. Der Kampfschwan von Horw ist dem Sender fast doppelt soviel Zeit wert. Willkommen bei Radio 1, dem Sender für Erwachsene und ihre desinformierten Kinder.


TB und die Relativitäts-Theorie

Alles ist relativ. Wichtig ist, dass die Kuh die Milch runter lässt. Ein politische Strategie für eine grün-graue Politik im Land. Bern ist fern vom Toggenburg. Nicht alles hat in der Ostschweiz das Gewicht, so wie man es sich in Bern auflädt. Glück im Stall! Eine Kuh ohne Milch ist wie Politik ohne Worte. Es tropft nichts ab.


Arme Schweiz, arme Vögel


Kein Bleiberecht für schwarze Schwäne Der Amtsschimmel will, dass schwarzen Schwänen die Flügel gestützt werden müssen, damit sie in der Eidgenossenschaft bleiben können. Warum? Mit Schwingen könnten sie den amtlich verfügten Perimeter verlassen. Der schwarze Schwan ist keine einheimische Tierart, meinen die Behörden. Er stammt aus Australien und die eidgenössische Jagdverordnung gewährt dem schwarzen Vogel kein Bleiberecht. Er könnte die einheimischen Arten verdrängen, flötet der Amtsschimmel.

Baz, 7.6.2009

Frisch und hochwertig

Wenn drei Dutzend Individuen in Grosszüri eine neue Abendzeitung im Himbeerlook machen, zittert der Blätterwald, oder vielleicht doch nicht? Alles muss am Abend prägnant sein für uns Leser, sonst kippen wir vor lauter Inhalt weg. Bei der neunen Abendzeitung scheint dafür keine grossen Gefahr zu bestehen. Hier die Motivation, welche die journalistische Online-Community in Züri im neuen Abendblatt fünf Mal die Woche vor sich her schieben. Was für einen Blick!

(...)

Geld und Senf d Senf und Geld

K.0.-Entwicklung in Allschwil

Ein Pharmaunternehmen aus Allschwil will die Welt endlich ohne lästige Nebenwirkung in den Schlaf wiegen. Das ist dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) einen schönen Batzen wert. Gemäss einer Zusammenarbeitsvereinbarung zahlt GSK den Allschwilern sofort 150 Mio. Franken voraus und später noch sehr viel mehr .

(...)


Befehl und Boris Vian

Was innerhalb einer Armee geschieht, ist eine Sonderform der Erwachsenenbildung. Da und dort geht es um Leben und Tod. Was denkt wohl Boris Vian seelig, der sich zum Thema Befehl und Verweigerung schon Gedanken gemacht hat, bevor im Berner Oberland Einiges den Bach runter ging in der Befehlslinie?


Befehl & Gehorsam
(...) Boris