Das Buch im Abfall
Wie sich Bibliotheken erneuern

Alle sechzehn Sekunden kommt irgendwo auf der Welt ein neues Buch auf den Markt. Vieles ist Mode, für den Moment geschrieben, hat keinen Bestand. Diese Bücher verschwinden, so wie sie gekommen sind und landen auf dem Abfall. Was aber ist mit den wertbeständigen Bücher? Wie lange bleiben sie noch in den Regalen? Werden mit der Zeit alle Bücher zur Ware, die eingesammelt, geschreddert und zum Beispiel zu Nastücher und Servietten verarbeitet wird?

Auch Bibliotheken mit ihren grossen Beständen sind vom Entscheid, was bleibt und was weg muss, nicht ausgenommen. Die öffentlichen Büchereien erneuern ständig, damit die Menschen weiterhin zu diesen einmaligen Orten der realen Begegnung mit Büchern strömen. Christl Göth, stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek Winterthur erklärt in einem Gespräch, wie die Anschaffungs- und Wegwerfpraxis konkret funktioniert. Die Stadtbibliothek Winterthur verfügt über mehr als eine Million Medien, mehr als die Hälfte davon sind Bücher. Vieles bleibt, anderes muss weg, für immer. Christl Göth ist davon überzeugt, dass Bibliotheken gute Zukunftsperspektiven haben.

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Statistik
Die Horror-Statistik der Schweiz

Vieles im Land ist so golden wie es glänzt. Aber nicht alles und nicht überall wirkt der Glanz gleichmässig. Wenn die Statistiker kommen, jeden Stein umdrehen in jedem Kanton und mit dem Vergrösserungslas hinschauen, wo welcher Miss- und Notstand herrscht, kann es da und dort ungemütlich werden. Was wir schon wissen: Der Reichtum in der Schweiz ist sehr ungleich verteilt und das wird vermutlich auch so bleiben. Aber wie steht es mit der Jugendarbeitslosigkeit, der Suizid-Häufigkeit, der Autodichte und der Scheidungsrate in den einzelnen Kantonen? Da gibt es Überraschungen. Lesen sie weiter...

 

 


Karl kühnes Gassenschau
Vom Stahl zum Schoggi-Job

Seit einem Vierteljahrhundert bringt die Schweizer Schauspiel- und Gaukler-Truppe "Karl´s kühne Gassenschau" aktuelle und berührende Themen mit grossem technischen Aufwand auf die Bühne. Dieses Jahr trumpft KkG in Winterthur mit "Fabrikk" auf. "Fabrikk" bedeutet Industrie, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und Globalisierung. Das merkt der Zuschauer bereits, wenn er in der Vorstadt von Winterthur das Gelände der schaustellerischen Grossproduktion von KkG betritt.Am Eingang des Gewerbe- und Industrie-Geländes rostet das Bühnenbild der vorherigen Produktion (Silo 8, 2006-2009) vor sich hin.




Global denken, auch in Sursee

Hans Küng, der weltbekannte Schweizer Theologe, hat sein Heimatdorf, das luzernische Sursee, für die Präsentation seines neuesten Buches gewählt. "Anständig wirtschaften" heisst sein Werk, das sich um global gültige Standards für eine gerechte Wirtschaft dreht. Der 82 Jahre alte Hans Küng lancierte sein neues Buch aus der Provinz. Der vehemente Papstkritiker ist davon überzeugt, dass es möglich ist, an jedem Punkt der Erde global zu denken, auch in Sursee. In gestochen scharfen Sätzen redete Küng auf dem Dorf in einer Buchhandlung vor seinem Heimpublikum: Schulkollegen, Geschäftsleute, Freunde und Bekannte lauschten seinem Vortrag, der als Thema die Notwendigkeit einer neuen Kultur des Anstandes behandelte.

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Finanzkrise und Demokratie

Die globale Immobilien- und Finanzkrise fordert das Bankgeheimnis, die Rechte des Parlaments und die Wirtschaftsfreiheit heraus. An den "Demokratie-Tagen" in Aarau haben Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft über mögliche Schaltfehler des demokratischen Rechtsstaates diskutiert. Als Reaktion auf den Ausbruch der Finanz- und Bankenkrise im Herbst 2008 haben viele Regierungen, unter ihnen auch diejenige der Schweiz, mit Notrecht Rettungsmassnahmen für den Finanzsektor verordnet.







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Eli Lotar, Germaine Krull
Sans titre (Ohne Titel), ca. 1930 Vintage Silbergelatine-Glasplatte, 9 x 12 cm, © RMN / Museum Folkwang, Essen

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Enrique Metinides

Darkside I Einführung Direktor Urs Stahel play ▫ Darkside-Slide-Show I ▫ Darkside-Slide-Show II Einführung Direktor Urs Stahel play

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Hang-loose im Sägemehl

Kopf voran ins Sägemehl. Das wär doch was! Im Zeitalter von halsbrecherischen Trendsportarten hält sich eine friedliche Art des Zweikampfs wie keine: Schwingen! Lutte Suisse. Swiss Wrestling, heisst das für die anderen. Was ist Schwingen? Ein ritueller Hosenlupf? Es braucht zwei starke Kerle, die vor Publikum mit List und Kraft versuchen, den Gegner nach strengen Regeln in fünf Kampfminuten fair im Sägemehl auf den Rücken zu knallen. Probieren wirs?


(...)
Johann Dähler
Ananaskönig


Ein junger Thurgauer zog vor dreissig Jahren in die Welt hinaus. Er schaffte den Weg vom kleinen Entwicklungshelfer zum grossen Ananasproduzenten in Afrika. Bis der Absturz kam. Johann Dähler ist nicht einer, der aufgibt. Nach dem Fiasko an der Elfenbeinküste ist er mit seiner Ananas wieder ganz oben. Diesmal in Costa Rica.




Wenn es knallt
Schiessen in der Schweiz

Schiessen ist mehr als Abdrücken. Schiessen ist Gesinnung. Wer schiessen will, muss zielen können - und treffen. Dazu braucht es einen ruhigen Finger und Konzentration. In jeder mittelgrossen Schweizer Stadt gibt es gut und gern mehr als zehn Schiessvereine. Schiessen ist in diesem Sinn in Helvetien entkriminalisiert. Und trotzdem gehen im Land immer wieder Schüsse daneben, mit so genannten Ordonanzwaffen. Es gibt ausgemusterte und aktive Soldaten und Militärs mit steifen Hüten , die in engen Zeiten mit Sturmgewehren und Armeepistolen auf sich und andere schiessen. An diesem Punkt hört die Folklore auf. Was hat es auf sich, dass wir Eidgenossen so innig gern abdrücken?




Dienstreglement

Otto Klöti
Ein Leben für den Kaffee

Otto Klöti zog 1948 nach Costa Rica. 60 Jahre Arbeit, Einsatz und Glück brachten ihm dort Wohlstand und Ansehen. Klöti hat gesät und reich geerntet. Heute gilt er als einer der grossen Kaffee-Experten im lateinamerikanischen Kleinstaat. Am Anfang seiner Geschichte steht Tante Frieda. Die Schwester von Otto Klötis Vater wanderte 1926 mit ihrem Gatten von Dürnten im Züricher Oberland nach Costa Rica aus. Tante Frieda lebte ohne Nachkommen auf einem Bauernhof. Als ihr Mann 1947 starb, schrieb Tante Frieda in die Schweiz: "Ich schaffe das allein nicht. Schickt mir jemand". Das war die Stunde für Otto Klöti.


Surava

Peter Surava war während des Zweiten Weltkriegs Chefredaktor der Zeitung „Die Nation“. Surava befasste sich sehr kritisch mit der Flüchtlingspolitik der Schweiz. Die offizielle Medienzensur würgte Suravas kritischen Blick ab. Der scharfe Beobachter wurde als Nestbeschmutzer diffamiert. Surava verlor seine Existenzgrundlage als Journalist. Er publizierte später als Ernst Steiger, James Walker, Thomas Quinton und als Peter Hirsch. Surava wurde aufgrund des Films "Er nannte sich Surava" von Erich Schmid im Jahr 1995 vom Bundesrat rehabilitiert.


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Ton ab und Saite drauf

Stephan Schertler steht mit seinem Kontrabass auf der Bühne, hat eine Vorstellung, wie die "Tijuana-Moods" der Jazz-Legende Charles Mingus klingen sollten, und es passiert nicht. Schertler leidet. Sein Bass klingt falsch, ohne Volumen, unten stumpf, oben dünn und brüchig, fahl in der Mitte. Nach dem Konzert hat Schertler einen mächtigen Koller, eine Migräne zuckt im Kopf. Schertler steckt sein Instrument in eine tiefe Ecke - bis in der Hafer sticht und die Töne wie Honig durch seinen Kopf rieseln.

Endwind in Einsiedeln

Einsiedeln, der Schweizer Wallfahrtsort in der Zentralschweiz, ist ein Anziehungspunkt für Pilger, Pendler, Proleten und Theaterleute. Alle sieben Jahre spielt das Dorf Welttheater, Weltuntergang. Die neueste Spielvorlage schrieb der Schweizer Dramatiker Thomas Hürlimann. Das Einsiedler Welttheater beginnt mit einem monumentalen Auftritt der mehr als 350 Spielleute.

Auftakt Windkraft die Kälins